Razzia in einem algerischen Dorf

Der Algerienkrieg: Kampf an vielen Fronten
 
Buch und Regie: Ute Bönnen und Gerald Endres 
Kamera: Martin Gressmann, Ali Halo
Redaktion: Wilhelm Reschl (SDR)
Produktion: Ute Bönnen - Gerald Endres Filmproduktion
Erstausstrahlung: ARTE 1998
Länge: 53 min (SWR-Fassung 44 min)
 

Inhalt:

Der algerische Unabhängigkeitskrieg (1954-62) wurde wurde nicht nur in Afrika ausgefochten, die FLN, die algerische Nationale Befreiungfront, agierte auch in Europa. Franzosen und Deutsche bauten Unterstützernetze für die FLN auf, sammelten Geld und schleusten Untergrundkämpfer über die Grenzen, der Bundestagsabgeordnete Hans-Jürgen Wischnewski hatte kurze Zeit die Kriegskasse der FLN auf seinem Bankkonto.
Die gerade begonnene französisch-deutsche Versöhnung wurde durch diesen Krieg belastet. Algerier fanden Zuflucht in Deutschland, der europäische Arm der FLN verlegte mit stillschweigender Duldung der deutschen Behörden seine Führung in die Bundesrepublik, französische Geheimdienstler organisierten in Deutschland Attentate auf Unterstützer und Waffenlieferanten der FLN. Französische Wehrpflichtige, die nicht länger an dem grausamen Kolonialkrieg teilnehmen wollten, desertierten.
Deutsche nahmen direkt am Krieg teil, denn in der Fremdenlegion, die die Hauptlast der Kämpfe trug, dienten damals zu 70 Prozent Deutsche. Ein Deutscher organisierte aber auch ein Netz, das rund 4000 Legionären zur Flucht und zur Rückkehr in die Heimat verhalf.


Desertierter Legionär bei der algerischen Befreiungsarmee

Der Film zeigt, daß der Kampf um Algerien eine historische Premiere war: Die Zugehörigkeit zur einen oder anderen Seite wurde nicht mehr automatisch durch die Nationalität vorherbestimmt, sondern entsprang auch einer politischen Entscheidung, die der Einzelne für sich treffen mußte.


Das Manuskript des Films liegt im rtf-Format zum Download bereit

 

Literatur:

Links:

Reden von Charles De Gaulle zum Algerienkonflikt (französisch)


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