Bahnhof Uckro
Der Bahnhof von Uckro. Hier begann der "Luckauer Krieg"

Der Luckauer Krieg - Flucht nach Westberlin

Buch und Regie: Ute Bönnen und Gerald Endres
Kamera: Friedemann Rehse
Schnitt: Gabi Seelis
Redaktion: Jürgen Tomm
Produktion: SFB
Erstausstrahlung: ARD 2001
Länge: 45 min

 

Inhalt:
Das Drama beginnt wenige Monate nach dem Volksaufstand vom 17. Juni: Anfang Oktober 1953 überschreiten fünf junge Tschechen heimlich die Grenze zwischen der Tschechoslowakei und der DDR um sich nach Westberlin durchzuschlagen. In der Tschechoslowakei hatten sie als bewaffnete Widerstandsgruppe gegen das kommunistische Regime mehrere Menschen getötet. Jetzt fürchteten sie die Entdeckung. Außerdem wollten wollten sie im kommenden großen Krieg zwischen der Sowjetunion und den USA auf der "richtigen", der amerikanischen Seite kämpfen,

Zu Fuß ist der Weg nach Westberlin zu weit , und der Versuch, ein Auto zu entführen scheitert. Also fahren die Tschechen mit dem Zug. Am Bahnhof von Uckro, rund 60 Kilometer vor Berlin, werden die auffälligen Ausländer jedoch schon von einer Polizeieinheit erwartet. Sie schießen sich den Weg frei. Ein Polizist stirbt, ein weiterer wird schwer verwundet.
Die folgende Fahndung wird zur militärischen Großaktion. Rund 15 000 Mann sind im Einsatz Volkspolizei, Kasernierte Volkspolizei
sowie sowjetische Soldaten mit leichten Panzeren. Doch den Verfolgern unterläuft eine Panne nach der anderen, immer wieder schießen sie aufeinander, Polizisten und Soldaten sterben durch die Kugeln der eigenen Leute. Die Verfolgten finden immer wieder Unterschlupf oder können sich den Weg freischießen.
Drei Tschechen erreichen schließlich Westberlin und werden dort als Freiheitskämpfer gefeiert, für die Medien der DDR sind sind sie Terroristen und Mörder. Sie werden sofort in die USA ausgeflogen und treten in die US-Armee ein. Doch der Einsatz zur Befreiung ihrer Heimat findet nie statt. Nach ihrer Dienstzeit wechselten sie erfolgreich ins zivile Leben.
Zwei Männer wurden gefangengenommen. Die DDR-Behörden liefern sie in die Tschechoslowakei aus, dort werden sie zum Tode verurteilt und hingerichtet.

In der Region um Luckau erinnern sich noch viele an den Luckauer Krieg, und immer wieder werden Sympathien für die Flüchtlinge deutlich. Nicht zu Unrecht mißtraute das das Ulbricht-Regime der Landbevölkerung. Die Stimmung auf den Dörfern war schlecht, denn gerade hatte die Zwangskollektivierung begonnen.

In der Dokumentation beschreiben zwei der Tschechen ihre Motive und den Ablauf der Flucht, Polizisten und Landbewohner schildern die Ereignisse aus ihrer Sicht. Der Film zeichnet die dramatische Flucht nach und beleuchtet die politische Lage in der Zeit nach dem 17. Juni 1953.


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