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Preußen
- Chronik eines deutschen Staates |
| Buch und Regie: | Ute Bönnen und Gerald Endres |
| Kamera: | Michael Lösche |
| Schnitt: | Henry Szelinski |
| Redaktion: | Johannes Unger (ORB), Gudrun Wolter (WDR), Jürgen Tomm (SFB) |
| Produktion: | ORB (federführend), WDR, SFB |
| Erstausstrahlung: | ARD 2000 |
| Länge: | 30 min |
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Inhalt: Der Film ist der fünfte Teil einer ARD-Serie über die Geschichte Preußens. Er beschreibt einschneidende Änderungen: 1871 erreichte Preußen einen Höhepunkt seiner Geschichte: Nach seinem siegreichen Krieg gegen Frank-reich war Deutschland vereint, der preußische König zum Kaiser proklamiert. Doch damit endete auch die Geschichte Preußens als eigenständiger Staat. Viele preußische Konservative nahmen Bismarck die Reichsgründung übel. Preußischer Patriotismus und deutsches Nationalgefühl waren in den ersten Jahren nach der Reichsgründung noch zwei verschiedene Dinge, schließlich hatten die Konservativen Preußens Eigenständigkeit viele Jahre gegen die das Einigungsstreben der Demokraten, der Revolutionäre von 1848 verteidigt. In Wirklichkeit
hatten die Preußen jetzt das Sagen im gesamten Reich. Schon die
pure Größe sicherte ihnen einen großen Einfluss. Dazu
kam eine sperrminorität Sperrminorität im Bundesrat. Vor allem
aber gab es keine wirkliche Reichsregierung, sondern nur den Reichskanzler,
der bis auf kurze Ausnahmen identisch mit dem preußischen Ministerpräsidenten
war, und Staatssekretäre, die dem Kanzler unterstanden. Das ganze
System war auf Bismarck zugeschneidert. Der Reichstag sollte zwar im Lauf
der Jahre an politischer Bedeutung gewinnen, hatte aber wenig wirkliche
Macht. Die lag bei der preußischen Bürokratie, dem Kanzler
und letztlich beim Kaiser, dem preußischen König. Preußen
veränderte sich in dieser Zeit, deutlich wurde das vor allem unter
Wilhelm II. Das Land war fortschrittlich in Technik und Wissenschaft,
politisch und gesellschaftlich jedoch rückständig.
Die preußische Elite diente zwar immer noch dem Staat, bediente
sich aber gleichzeitig seiner, um ihre Privilegien zu wahren. An die Stelle
von Nüchternheit, Bescheidenheit in der persönlichen Lebensführung
und zweckgerichtetem Handeln traten Schwadronieren, phantastische Pläne
und Protz. Die altpreußische Achtung soldatischer Tugenden schlug
um in einen hemmungslosen Militarismus, an dem sich große Teile
des Bürgertums und der Arbeiterschaft beteiligten. Alle zivilen Verdienste
und Würden galten nicht soviel wie die Leutnantsuniform oder das
Reserveoffizierspatent. Der schneidig-schnarrende Militärton wurde
zum preußisch-deutschen Markenzeichen. Nach vielen Jahrzehnten Militärkult ohne Bewährungsmöglichkeit schlidderte das Land 1914 begeistert in den Weltkrieg, der zwar noch nicht zum Ende Preußens führte, doch mit dem verlorenen Krieg und der Revolution ging 1918 die Herrschaft der Hohenzollern unter. |
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